Rio Pardo de Minas liegt im Norden des Bundesstaates Minas Gerais, der mit 16 Millionen Einwohnern der fünftgrößte in Brasilien ist und an den Nachbarstaat Bahia angrenzt. Die kleine Stadt mit rund 29.000 Einwohnern liegt in einer halb-dürren Region mit ausgiebigen Regenfällen im Zeitraum von November bis März. Es kann jedoch auch Zeiten bis zu neun Monaten ohne Regen geben, wie es im Jahr 2007 geschah. Rio Pardo teilt sich in eine städtische und ländliche Zone auf. Im Jahr 2006 haben hier die Schwestern ihre Zelte aufgeschlagen und auf Wunsch des Bischofs der Diözese Janaúba mit einer breiten Pastoralarbeit in Rio Pardo de Minas begonnen.
Rio Prado de Minas verfügt kaum über technologische Ressourcen. Die Kommunikation geschieht verbal und mit primitiven Mitteln wie Schiefertafeln und Plakaten. In der pastoralen Arbeit erfordert es Mühe, Ideen und Konzepte zu kommunizieren. Ein Kommunikationsmittel mit Bildübertragung könnte die Arbeit erleichtern und das Verständnis der Personen vor Ort fördern. Durch die Unterstützung der Bergkloster Stiftung SMMP kann eine zeitgemäße Kommunikation mit Notebook und entsprechender Software ermöglicht werden.
Viele alte, kranke und bettlägrige Menschen tragen das Gesicht der Armut in Rio Pardo und besitzen nicht das Nötigste, um sich zu ernähren. Wasser, Elektrizität, Kanalisation und asphaltierte Straßen fehlen. Damit diese armen Menschen auch einmal etwas besonderes zu essen bekommen, backt Sr. Albertina mit ihren 76 Jahren Brote und Kuchen. Sie ist glücklich, diese Arbeit zu tun und mit diesen Personen zu teilen.
Ein weiterer sozialer Brennpunkt ist eine beträchtliche Anzahl von Frauen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen alkoholabhängig geworden sind. Stark alkoholisiert werden sie auf den Straßen bloßgestellt, gedemütigt, ausgebeutet und körperlich verletzt. Wenn sie nüchtern sind, schaffen sie es größtenteils, eine Arbeit zu verrichten. Die Schwestern vor Ort sehen die Notwendigkeit, ein Haus zu haben, wo diese Frauen in den Krisen aufgenommen, behandelt, wertgeschätzt werden und zunehmend eine sinnvolle Arbeit ausüben, um dadurch ihr Selbstwertgefühl wiederzuerlangen. Für den Erwerb des Hauses sind bereits Mittel vorgesehen. „Finanzielle Unterstützung benötigen wir an erster Stelle für den Bedarf an Nahrungsmitteln; gebraucht werden zunächst zwei Körbe mit Grundnahrungsmitteln im Monat, Kosten pro Korb 250 Euro“, so die verantwortliche Schwester Maria de Fátima Soares.
In Rio Pardo gibt es lediglich eine kleine öffentliche Bibliothek mit einer begrenzten Anzahl an Büchern, die zumeist für Schularbeiten Verwendung finden. Die Biliothek liegt in der Unterstadt, so dass sie von der Mehrzahl der Schüler, die in der Oberstadt wohnen, auf Grund der Entfernung nicht aufgesucht wird. Durch die Einrichtung einer eigenen Bibliothek können Kinder und Jugendliche zum Lesen motiviert werden. Sie haben dadurch auch noch eine sinnvolle Beschäftigung außerhalb der normalen Unterrichtszeit. So kann größtenteils vermieden werden, dass sie sich auf der Straße die Zeit vertreiben – ohne jegliche Begleitung und Aufsicht.
