Im Zentrum der Stadt Leme liegt die Kindertagesstätte Creche „Sagrada Familia“ der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel. 240 Kindern bietet sie täglich einen Ort unbeschwerten Aufwachsens, der Betreuung, Bildung und Freizeit. Die Kinder kommen aus den Armenvierteln am Stadtrand. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, den jungen Menschen Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen. Über die Betreuung der Kinder in der Tagesstätte hinaus beziehen die Schwestern deshalb die ganze Familie zur Förderung besserer Lebensbedingungen ein.
Eine Psychologin bietet in drei Gruppen wöchentliche Treffen zu verschiedenen Themen für derzeit 39 Kinder und Jugendliche an.
Eine weitere Fachkraft arbeitet kontinuierlich mit freiwilligen Helfern und Helferinnen, darunter auch Missionare auf Zeit (MaZ) aus Deutschland. Der Einsatz der Fachkräfte ist abhängig von der Finanzierung durch Sponsoren aus Deutschland.
Mit einem Capoeira-Kurs sollen nun weitere Kinder und Jugendliche aus den Stadtrandvierteln erreicht werden.
Capoeira ist ein indianisch-brasilianisches Wort, das einen kleinen Vogel bezeichnet. Das Männchen ist überaus eifersüchtig und veranstaltet wilde Kämpfe mit Rivalen. Capoeira verbindet Elemente von Tanz, Musik, Ritualen, Akrobatik und Kämpfen. Historisch gesehen ist die Capoeira mit der Sklaverei auf den Zuckerrohrplantagen und dem Widerstand der Sklaven verbunden, von denen viele aus Afrika stammten. Inspiriert an afrikanischen Tänzen, Ritualen und Musikelementen entstand eine Körpertechnik, die vor allem die Funktion hatte, sich der in der Sklaverei herrschenden Gewalt zu entziehen und ihr mitunter sogar Widerstand entgegenzusetzen. Sklaven durften keine Waffen besitzen. Es blieben ihnen nur Hände und Füße, sich zu wehren. Da oft auch die Hände gebunden waren, entwickelte sich eine Technik, sich nur mit Füßen zu verteidigen.
Heute kennzeichnet Capoeira nicht nur rohe Muskelkraft, sondern zugleich Grazie, ein Höchstmaß an Geschicklichkeit bei der Beinarbeit und eine ausdrucksvolle Mimik. Capoeira ist eine Sportart, die Jugendliche anspricht, ihr Selbstbewusstsein stärkt, soziale Rücksichtnahme einübt und in Gemeinschaft Freude erfahren lässt. Die Capoeira ist besonders bedeutsam in der Arbeit mit Jugendlichen, weil die vorhandene Energie in die richtigen Bahnen gelenkt und auf friedliche Weise abgebaut wird. Der Capoeira-Kurs hat vorrangig ein präventives Ziel: junge Menschen stark zu machen, dass sie nicht auf der Straße landen oder in Drogengeschäfte verwickelt werden.
