Krankenhäuser und Rehabilitations-Einrichtungen sind auf die weiter zunehmende Anzahl demenziell erkrankter Menschen nur unzureichend vorbereitet, geschweige denn entsprechend ausgerüstet. Gesellschaftliche Entwicklungen sorgen für eine zunehmende „Alterung“ der Krankenhaus- und Rehabilitationspatienten. Der Behandlung dieser älteren Menschen widmet sich das Marienkrankenhaus Nassau im Besonderen.
Nicht selten leiden demenziell veränderte Menschen unter starkem Bewegungsdrang, der häufig als Weglauf- bzw. Hinlauftendenz beschrieben wird, aber auch auf der natürlichen Neugier aktiver Patienten beruhen kann. Eine Orientierung in der ungewohnten Umgebung fällt den Patienten sehr schwer.
Aus diesen Bewegungstendenzen können gefahrvolle Situationen dadurch entstehe, dass ein Krankenhaus oder eine Rehabilitationseinrichtung in ihrer originären Funktion ein offenes Haus darstellen, d.h. die Stationen nicht abgeschlossen sind. Patienten, die nicht ausschließlich bettlägerig sind, können sich im Haus frei bewegen, auch die Türen passieren und somit unbemerkt die Klinik und das Klinikgelände verlassen. Orientierungslose Patienten finden aufgrund ihres Zustandes unter Umständen nicht mehr in die Klinik, oder innerhalb der Klinik auch nicht auf ihre Station zurück.
Da im Marienkrankenhaus Nassau aufgrund der Behandlungsschwerpunkte, insbesondere im Bereich der Akutabteilung Innere Medizin / Schwerpunkt Geriatrie verstärkt orientierungslose Patienten aufgenommen und behandelt werden, sind entsprechende Schutzmaßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit notwendig.
Daher beabsichtigt das Marienkrankenhaus Nassau, ein Dementenschutzsystem mit Überwachung und Alarmgebung aller Ausgangstüren einzuführen. Wann welche Personen durch dieses System geschützt werden, muss verbindlich und nachvollziehbar geregelt werden. Eine ärztliche Anordnung ist ebenso erforderlich, wie das schriftliche Einverständnis der betroffenen Personen oder deren Angehörigen. Es erfolgt hierbei keine systematische Überwachung aller Bewegungen der geschützten Personen innerhalb und außerhalb der Klinik, sondern lediglich eine Überwachung aller Ein- und Ausgänge, so dass bei Verlassen der Klinik ein Alarm ausgelöst wird. Diese Maßnahmen ermöglichen eine schnelle Reaktion, wenn eine betroffene Person orientierungslos die Klinik verlässt. Durch den ausgelösten Alarm wird sichergestellt, dass schnell gehandelt wird, um die Patientin oder den Patienten ohne großen Aufwand wieder zurück zu holen und damit einen möglichen Schaden zu vermeiden.
